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25 November 2012

Noa's concert in Hamburg, Germany



Laute Töne hat es bei Noa noch nie gegeben. Diesmal schlägt sie allerdings ganz besonders leise an und schafft dadurch viele intime Momente - und über allem schwebt ihre einzigartige Stimme.
Sie unternimmt mit ihrem aktuellen Programm eine musikalische Reise in die jüngere kulturelle Vergangenheit ihres Landes und singt daher auch nicht - wie sonst - auf Englisch, sondern auf Hebräisch.
Ausgangspunkt ihrer "Israeli Songbook"-Sammlung ist der Titel "Bereshit" (Am Anfang) des israelischen Poeten und Songwriters Haim Heffer (1925-2012) und des Komponisten Alexander Sacha Argov (1914-1995). Weitere Klassiker, die sie gemeinsam mit ihrem musikalischen Kompagnon Gil Dor gehoben hat, sind unter anderem das Lied "Yalda Im Tzamot" (Das Mädchen mit Zöpfen), das ihr Vater ihr als Kind gern vorsang, oder "Hayu Leilot", das Esther Ofarim einst bekannt gemacht hat.
Geboren 1969 als Tochter jemenitischer Eltern in Tel Aviv, wuchs Noa in den USA auf und kehrte mit 17 in ihr Geburtsland zurück. Stets auf der Suche nach ihren kulturellen Wurzeln, hat die heute 43-Jährige seit Anfang der 90er Jahre mit ihrem Gitarristen und Produzenten Gil Dor (59) zusammengearbeitet und gilt als die international erfolgreichste Ethno-Pop-Künstlerin Israels.
Tourdaten: 11.11. Erlangen, Historischer Rathaus Saal - 12.11. Mainz, Frankfurter Hof - 13.11. Hannover, Pavillon - 15.11. Karlsruhe, Tollhaus - 16.11. Düsseldorf, Robert Schumann Saal - 17.11. Dortmund, Konzerthaus - 25.11. Hamburg, Kl. Laeiszhalle - 26.11. Berlin, UdK - 28.11. München, Prinzregenttheater - 01.12. Stuttgart, Theaterhaus


11 February 2012

Noa's concert in Hamburg (Germany)

@ Picture by Florence Masala.



HAMBURG. Auf dem Kampnagel-Gelände hielten ein paar tapfere Ideologen Transparente in die Kälte: "Sounds of Besatzer" war darauf zu lesen; stiller Protest gegen ein Festival, dessen Sendungsbewusstsein gerade auf die Weitung solch engstirnigen Denkens in Feindbildern abzielt. Schließlich gastierten zum Auftakt der Konzertwoche mit vielfältigen "Sounds of Israel" auf der Bühne der ausverkauften K6 am vergangenen Sonnabend nicht etwa militante Verteidiger israelischer Siedlungspolitik auf palästinensischem Gebiet. Vielmehr trat eine Sängerin auf, die sich spätestens seit dem Attentat auf Yitzak Rabin im November 1995 als Sprachrohr der Friedensbewegung und der Aussöhnung zwischen Juden und Arabern in Israel versteht: Noa.


Das von Gil Dor an der Gitarre, dem Percussionisten Gadi Seri und den Hamburger Symphonikern begleitete Konzert geriet zum Triumph. Die Sängerin entführte ihr Publikum Lied für Lied voller Feingefühl und Energie in eine orientalische Klangwelt, die selbst dem grenzüberschreitungserfahrenen Hörer vorkam wie Neuland. Da klang nichts nach Klezmer und nichts nach Bauchtanz-Grooves, zumindest sehr lange nicht. Noa, absolut intonationssicher und mit einem Timbre gesegnet, das auch harte Herzen erweichen dürfte, sang Melodien, die sich wie in ihrem Lauf naturbelassene Flüsse durch die Landschaft feiner Orchester-Arrangements wanden.

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Strophe? Refrain? Die Musik von Gil Dor, Noas Lieder aus dem Jemen, die Songs zu hebräischen Texten aus dem "Israeli Songbook": sie alle folgen oft anderen, durchaus nicht berechenbaren Bauprinzipien. Der Musik sind ganz selbstverständlich Takt- und Tempowechsel eingeschrieben, manche Lieder ziehen plötzlich rasant im Tempo an, und mehr als einmal narrten die Kompositionen die inneren Referenzsysteme. Was begann wie eine Filmmusik, drehte sich unversehens ins Folkloristische und von dort auf noch anderes Terrain. "Yuma", ein Lied, das die Sängerin von ihrer jemenitischen Großmutter lernte, klang zunächst archaisch-orientalisch, noch verstärkt durch Noas kräftige Body-Percussion in der Herzgegend, ehe es sich, nun von reichen Akkorden begleitet, in ein englisches Volkslied zu verwandeln schien. Im Trio gab Noa sogar eine Art Blues, wobei die Bühne mit den heruntergedimmten Pultleuchten des Orchesters aussah wie eine Stadt bei Nacht aus großer Höhe. Doch die Musiker waren hellwach. Unter der Leitung des auch als Komponist an dem Abend beteiligten, sehr souverän agierenden Dirigenten Ilan Mochiach spielten die Symphoniker berückend schön. Manchmal fühlte sich die von der Musik bewegte Luft im Saal wie Seide an.

Noas Schmetterlingsflügelvibrato, die festliche Wärme, die ihr Gesicht ausstrahlte, ihre Hände, die oft so beredt geheimnisvoll tanzten wie die einer indischen Tempeltänzerin, auch ihre klugen und eloquenten Kommentare zwischen den Liedern - es war fast zu viel der Schönheit. Selbst hinter geschlossenen Augen blieb der innere Blick wie festgesogen von dieser charismatischen Performerin. Neben ihr standen zwei Congas und zwei Darabukkas, die arabischen Trommeln mit dem Metallkessel.

Während des Programms begleitete Noa sich singend öfter darauf, und dass sie es auch als Trommlerin weit brächte, zeigte sie in einem Solo gegen Ende des Programms. Dort trug es sie in ihrer hellen Begeisterung fürs Singen dann auch ganz leicht aus der Kurve; mit der "Chicken Coop Aria" und Bernsteins Melodram "Glitter And Be Gay" aus "Candide" bekam ihre Kunst einen Zug ins Neckische. Doch da lagen ihr alle schon längst zu Füßen - und liegen dort noch heute.

@ Picture by Florence Masala.

10 February 2003

Noa's concert in Hamburg (Germany)


Noa's concert in Hamburg, Germany -at Fabrik Feb 10th

The latest issue of the 'jpc courier' - jpc stands for jazz pop classic - featured a music special, "BestOf - The Finest In Entertainment, Nr.003, Feb 2003", that had a two-page inter- view with Noa. "BestOf" is published nine times a year and has a circulation of 120,000 copies per issue.

The cover of "Best of" shows Noa in a white cardigan over a black top, and words from her lyrics: I feel sorry for those who've lost their compassion / I feel sorry for those who still can, but don't / I would lay down my life for my child / But for them, for them I won't ("Hawk and Sparrow").


Noa
Politisch engagiert und erfolgreich: Seit über zehn Jahren ist Noa schon als musikalische Botschafterin Israels unterwegs. Sie hat den Titelsong für Roberto Benignis "La Vita È Bella" bei gesteuert und trat vor dem Papst und mit dem später ermordeten israelischen Regierungschef Itzhak Rabin auf. 'Now' heißt das neue Album der zierlichen Schönheit mit der Engelsstimme, auf
dem sie europäische und orientalische Musik zu internationalem Ethno-Pop vereinigt / von Linda Kube

Q: Sie wurden in Israel geboren, aber kurz danach sind ihre Eltern in die USA ausgewandert. Mit 16 kehrten sie von der Bronx wieder nach Israel zurück. War das nicht ein Kulturschock?

Noa: Mit 15 habe ich mich im Sommercamp in Israel in einen Jungen verliebt und bin seinetwegen ein Jahr später ganz zurück gegangen. Mit ihm bin ich seitdem zusammen, er ist seit 16 Jahren mein Ehemann! Natürlich hat das alles verändert -- die Art, wie ich denke, lebe und mich kleide. Aber ich fühle mich noch immer als Israelin mit amerikanischem Hintergrund.

Q: Beide Staaten haben mit Terror zu kämpfen.

Noa: Tiere wenden Gewalt an, um zu überleben, doch der Mensch hat sie für seine Zwecke auf ein neues Level der Grausam-
keit gesteigert. Terror ist seine schrecklichste Erfindung. In einem Staat, der täglich Terror erleidet, haben wir Isra- elis es irgendwie geschafft, mit Angst, Unsicherheit und Verlust zu leben. Aber ich hätte mir niemals vorstellen können, dass die USA einen Terroranschlag wie am 11. September erleben.

Q: Wie empfinden Sie die Reaktion der Amerikaner?

Noa: Mit gemischten Gefühlen. Sie wollen sich schützen -- aber die Einstellung, Gewalt mit Gewalt zu beantworten, ist
einfach falsch. Wir im Nahen Osten sehen doch jeden Tag, wohin das führt.

Q: Was hat sich seit der Ermordung von Ministerpräsident Itzhak Rabin, mit dem Sie befreundet waren, in Israel verändert?

Noa: Das war ein furchtbarer Verlust für unser Land und vor allem ein herber Rück- schlag für den Friedensprozess! Während
der Regierungszeit von Rabin war der Frieden das zentrale Thema. Jetzt habe ich das Gefühl, dass es "angesagt" ist,
nur über die Gewalt in unserem Land zu sprechen.

Q: Wer hat Schuld am Terror?

Noa: Gier und Egoismus. Die Industrie- länder haben sich zu lange nicht wirklich um die Dritte Welt gesorgt, weil sie sich
zu sicher fühlten. Wenn sie sich nicht solidarisch verhalten, werden sie jedoch mit ihr untergehen.

Q: Wie stehen Sie zu den Forderungen der Palästinenser?

Noa: Ich respektiere ihren Kampf um Freiheit. Sie sollten schon längst einen eigenen, kulturell und wirtschaftlich unabhängigen Staat haben, ihn jedoch auf diplomatischem Weg erlangen. Arafat hat schreckliche Dinge getan. Eine ganze Nation dazu zu animieren, alles in die Luft zu jagen, ist doch verrückt!

Q: Sie leben in Tel Aviv -- haben sie darüber nachgedacht, an einen sicheren Ort zu ziehen?

Noa: Doch, vor allem, seit mein Sohn ge- boren wurde. Es ist eine schreckliche Situation, wenn du nicht weißt, ob dein
Kind in Sicherheit ist. Aber Tel Aviv ist mein Zuhause -- und wer gibt das schon gerne auf.

Q: Was kann Musik erreichen?

Noa: Ich versuche, meinen Teil zur Versöhnung beizutragen, indem ich über die Hoffnung auf Frieden, über Liebe und
Verständnis singe. Auf 'Now' ist ein Duett mit der palästinensischen Sängerin Mira Awad zu hören.

Q: Sie sind vor zwei Jahren Mutter ge- worden -- wie hat sich Ihr Leben seitdem verändert?

Noa: Durch meinen Sohn Ayehli hat sich mein Leben grundlegend und unwiderruflich verändert. Ich habe die extremen Seiten
des Lebens kennen gelernt, Liebe, Schmerz, Geduld, Angst, Strapazen, Stärke, Erneue- rung. Ein wahrer Wirbelsturm der Gefühle! Es ist ein schöner, aber auch ziemlich schwieriger Prozess, weil man sich von seinem alten Leben verabschieden muss. Karriere und Musik sind jetzt nicht mehr das Wichtigste, heute bin ich zuerst Mutter und dann erst Sängerin.

[small picture: 'Now']
[Vielleicht spielt sie auf dem nächsten Album wieder Jazz wie einst mit Pat Metheny, vielleicht singt sie jemenitisch
oder auch hebräisch. Erst einmal aber hat Noa mit ihrem Partner Gil Dor ein sorten- reines Pop-Album aufgenommen, das bereits zu ihrem grössten Erfolg in Israel wurde.] [large picture: Noa in Jeans jacket]
[Eine schöne Frau, eine untadelige Patrio- tin, vielseitige Songwriterin, begeisterte Mutter und streitbare Politikerin. Mit Noa
liessen sich ein Dutzend Themenabende be- setzen, und mit ihrer Musik lassen sich ebenso viele Abende ohne Langeweile ver-
bringen.]

Q: Sie haben nun auf 'Now' moderne Sounds und Samples untergebracht.

Noa: Wir richten die Arrangements nach der Message und der Emotion des Songs. Ich frage mich, welche Musik meinen Text
optimal zur Geltung bringen könnte. Und wenn die elektronische Welt dem Song etwas geben kann, das aufregend ist, dann nehmen wir es.

Q: Wie hat man bei Ihnen in Israel auf 'Now' reagiert?

Noa: Es ist bisher unser erfolgreichstes Album in Israel, die beiden hebräischen eingeschlossen. Wir sind nie so oft im
Radio gespielt worden oder haben so viele gute Kritiken bekommen. Ich freue mich natürlich sehr, aber warum glauben die Is-
raelis auf einmal, es ist gut? Ich glaube, die Menschen haben endlich begriffen, dass sie jemanden brauchen, der ihr Land im Aus- land positiv vertritt. Die Menschen wollen endlich raus aus den negativen Schlagzeilen.

Q: Sie hatten für jedes ihrer Alben ein anderes Produktionsteam, diesmal hat ihr musikalischer Partner Gil Dor zum ersten
Mal selber produziert. Warum?
Noa: Nichts gegen die Menschen, mit denen wir gearbeitet haben, aber die bekannten Namen waren oft nur eine Beruhigung für die Plattenlabels. Jetzt haben sie genug Ver- trauen in uns, um uns auch die Produktion zu überlassen.

(c) copyright Medialust

3 April 2000

Noa's concert in Hamburg (Germany)


Noa Blue Touches Blue Tour in Germany (March - April 2000)

Noa's concert in Munich,. Germany, at Muffathalle march 31st
Noa's concert in Berlin, Germany, at SFB Grosser Sendesaal April 2nd
Noa's concert in Hamburg, Germany, Musikhalle April 3rd
Noa's concert in Bonn, Germany at Brueckenforum. April 5th
Noa's concert in Stuttgart, Germany, Liederhalle April 6th

More info at www.noasite.net